Wort für den Tag - 17. Juli 2021


  Zerbrochene Herzen

„Der Herr heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden“ Psalm 147,3

Die heutigen Tageslosung verwendet ein starkes Bild: Ein zerbrochenes Herz. Ein gebrochenes Herz. Dieses Bild ist Teil unseres alltäglichen Sprachgebrauchs. „Das zu sehen, bricht mir das Herz“ oder „Er leidet an gebrochenem Herzen“. Es gibt sogar ein Broken-Heart-Syndrom als Name für eine infarktähnliche und wahrscheinlich durch Angst und Stress verursachte Funktionsstörung des Herzmuskels. Wir drücken mit diesem Bild einen tiefsitzenden Schmerz aus. Wir assoziieren dieses Wort oft mit einer erschütterten Liebesgeschichte oder dem Verlust eines sehr nahestehenden Menschen. Blickt man genauer auf dieses Bild, dann stellt man fest, dass es hier um existenzielles, um lebensgefährliches Leiden geht: Ein zerbrochenes Herz kann seine Funktion, den Körper mit Blut und damit mit den lebenswichtigen Stoffen zu versorgen. Ein zerbrochenes Herz kommt einem Todesurteil gleich.

In diese Bild tritt das Heilsversprechen der Tageslosung. Es geht nicht um Trost für ein bisschen Herzschmerz. Gott kann ein so fundamentales Leid, eine so lebensbedrohliche Situation wie ein zerbrochenes Herz richten und heilen. Er kann das eigentlich unabwendbare Todesurteil aufheben und Leben schenken, so die Worte des Psalmenbetenden.

Insofern ergibt auch der Lehrvers für heute einen besonderen Sinn:

„Die Frauen kamen zum Grab und sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.“
Markus 16,2.4

Das leere Grab ist der offensichtliche Beweis für das Versprechen des Psalms: Wir leben als Christen nicht nur in dem Versprechen, dass Gott den unabwendbaren Tod verhindern kann. Wir leben in dem Glauben, dass Christus, der unabwendbar gestorben war, der im Grab hinter einem unverrückbaren Stein lag, auferstanden ist und lebt. Ich wünsche mir, dass uns dieser Glaube die Zuversicht gibt, dass unser Herr auch uns heilen wird, wenn wir an unseren sprichwörtlich gebrochenen Herzen leiden.

Ulrich v. Ulmenstein

 

 

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